Blindes Kind findet bei uns eine sportliche Heimat
Die Sportart ist durch den Körperkontakt sehr gut für sehbehinderte Menschen geeignet, da sie ihnen ermöglicht, ihre Umgebung und den Gegner besser zu "sehen", und dadurch eine gute Alternative zu Sportarten ist, die stark auf das Sehen angewiesen sind. Seit ein paar Wochen trainiert nun ein neunjähriger Junge bei uns im Verein, dessen Sehkraft unter 1% liegt. Anfänglich in der Rehasportgruppe der Kinder mit hohem Förderbedarf, wo aber schnell erkannt wurde, dass der Junge etwas "mehr" benötigt. So wurde unter den Trainern abgesprochen, dass der neue Judoka in einer Kindergruppe begleitet mittrainieren soll, was auch so mit den Eltern des Kindes abgesprochen wurde. In einem vorbereitenden Gespräch wurde mit den Kindern die Situation besprochen, bei dem die Kleinen sofort ihre Unterstützungsbereitschaft zusagten. Das erste gemeinsame Training begann damit, dass jedes Kind einmal eine Simulationsbrille aufgesetzt bekam, die eine sehr schwache Sehschwäche simulierte, um einen Eindruck von plötzlicher Hilflosigkeit zu erleben. Mit dieser Erfahrung ging es dann in ein ganz normales Training der anderen Art. Nach einer positiven Erfahrung haben schlussendlich die Trainer entschieden, das begleitete Training in dieser Form weiter zu erproben. Vielen Dank an unsere Judokinder, die sich sehr rücksichtsvoll aber auch fordernd eingebracht hatten.